Parasitäre Erkrankungen spielen in den Tropen eine besondere Rolle. Die Erreger siedeln sich vor allem im Magen-Darm-Trakt an und führen zu mehr oder weniger ausgeprägten Krankheitserscheinungen.
Die wichtigsten Vertreter sind Lamblien, Amöben und verschiedene Würmern, die unter anderem auch in gemäßigten Zonen vorkommenden können. Eine rechtzeitige Therapie führt in der Regel zur Ausheilung.
Lamblien

Lamblien werden über verunreinigtes Trinkwasser aufgenommen und siedeln sich vor allem im Dünndarm an. Sie verhindern dort die Nährstoffaufnahme und führen zu unterschiedlich starken Krankheitserscheinungen bis hin zu schweren Durchfällen mit krampfartigen Leibschmerzen.

Amöben

Auch Amöben werden durch verunreinigtes Trinkwasser, durch Fliegen oder durch direkten Kontakt mit erkrankten Lebewesen (Mensch oder Tier) übertragen, woraus sowohl ein ohne Symptome einhergehendes ?Trägerstadium” , als auch eine akute Erkrankung resultieren kann. Diese äußert sich als sog. ?Amöbenruhr”: 1-4 Wochen nach Infektion kommt es zu heftigen krampfartigen Leibschmerzen und breiigen Durchfällen, die später häufig schleimig-wässrig-blutig (“himbeergeleeartig”) werden. Bei einem kleinen Teil der Erkrankten kann es nach Monaten bis Jahren komplizierenderweise zu einer Absiedlung der Erreger in der Leber kommen (Amöbenabszeß).

Hakenwürmer

Die Infektion erfolgt durch direkten Eintritt der Wurmlarven in den menschlichen Körper. Vor allem beim Barfußlaufen bohren sie sich diese durch die intakte Haut, jedoch ist auch eine Infektion durch verunreinigtes Trinkwasser und Nahrungsmittel über die Mundschleimhaut möglich. Es resultiert meist eine juckende Hautveränderung im Bereich der Eintrittsstelle, später dann sowohl Durchfall als auch Verstopfung und Darmblutung.
Der Hakenwurm ist vor allem in Mittel- und Südamerika, im mittleren Afrika und in Südostasien verbreitet. In feuchter Umgebung kann der Parasit auch außerhalb dieser Zonen Fuß fassen.

Adernegel (Bilharziose)

Die Krankheit kommt in weiten Teilen Afrikas, Mittel- und Südamerikas sowie im Nahen und Mittleren Osten vor. Über infektiösen Stuhl und Urin gelangen die Wurmeier in stehende süße Gewässer und werden dort von Wasserschnecken aufgenommen, welche sie nach durchgemachter Entwicklung als Larven wieder verlassen. Diese bohren sich dann beim Schwimmen oder schon beim einfachen Eintauchen eines Körperteils schmerzlos durch die menschliche Haut und dringen so in den Körper ein. Die ausgereiften Würmer leben in den großen Blutgefäßen des Mastdarms und in der Blase und führen dort zu Symptomen wie Durchfall, Darmblutungen und blutigem Urin.

Leberegel

Leberegel kommen hauptsächlich in Ostasien und Zentral- und Westafrika vor. Die Übertragung erfolgt durch den Genuß von rohen Fischen und Süßwasserkrebsen, aber auch durch verunreinigte Brunnenkresse und Wasserkastanien. Die Infektion führt zu Gallenkoliken und chronischen Gallenbeschwerden.

Behandlung

Parasitäre Erkrankungen können mit Medikamenten behandelt werden, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Wichtig ist, bei entsprechenden Symptomen an eine mögliche Infektion zu denken, oder noch besser, eine solche zu vermeiden. Das Beachten einiger Regeln macht die Infektion mit den erwähnten Parasiten unwahrscheinlich:

  • Essen Sie auch in guten Restaurants kein rohes Fleisch oder rohen Fisch. Essen Sie in Asien keine rohen Wasserkrebse und keine rohe Kresse.
  • Laufen Sie in den Tropen niemals barfuß.
  • Baden Sie nicht in stehendem oder langsam fließendem, bewachsenem Süßwasser. Dazu eine Ausnahme: Die großen Seen Afrikas sind nur am Rande mit Bilharzialarven verseucht. Wassersportler können ohne weiteres mit dem Boot hinausfahren und 100 Meter vom Ufer entfernt einwandfreie Badeverhältnisse antreffen.
  • Vermeiden Sie in jedem Fall den Genuß von nicht sicher sauberem Wasser.