Die Schutzimpfung stellt die ideale Möglichkeit zur Vorbeugung gegenüber bestimmten Infektionskrankheiten dar. Neben den im sog. “Impfkalender” für Kinder allgemein vorgesehenen Leistungen können für Tropenreisende besondere Empfehlungen gegeben werden.

 

Im Anschluss finden Sie eine Auflistung der wichtigsten relevanten Infektionskrankheiten und ihrer Behandlung.

Cholera

Verbreitung, Übertragungsweg:
Die Übertragung erfolgt durch infiziertes Trinkwasser, über Meeresfrüchte und andere Nahrungsmittel. Durch verunreinigtes Trinkwasser kann es zu plötzlichem Auftreten von Massenerkrankungen kommen. Nach jahrzehntelanger Beschränkung der Cholera auf die asiatischen Verbreitungsgebiete begann 1991 ein neuer Seuchenzug, der bis heute anhält und weite Teile Südamerikas und neuerdings auch Afrika, Naher Osten und Europa (Süditalien) erfasst hat. Die Cholera ist eine Erkrankung der Slumgebiete, keine Gefahr besteht bei hygienisch einwandfreien Verhältnissen.

Krankheitserscheinungen:
Nach Aufnahme der Cholerabakterien kann es wenige Stunden bis zu fünf Tage dauern, bis die Erkrankung ausbricht. Die Erreger (Vibrio cholerae und Vibrio El Tor) verursachen eine Entzündung im oberen Dünndarm mit Bildung von Giftstoffen, die zu vermehrter Wasserausscheidung über den Darm (massive wässrige Durchfälle) führen. Die Krankheitserscheinungen sind durch den plötzlichen ausgeprägten Wasser- und Salzverlust verursacht: Austrocknung, Erbrechen, Kollaps, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen, Untertemperatur, Koma.

Therapie:
Durch rechtzeitige Antibiotikagabe und Zufuhr von reichlich Flüssigkeit und Körpersalzen (Elektrolyten) ist die Cholera in der Regel gut zu behandeln.

Impfung:
Die Choleraimpfung ergibt keinen ausreichenden Schutz, sie wird auch von der WHO nicht mehr generell empfohlen. Einige Länder verlangen dennoch bei der Einreise eine gültige Impfbescheinigung, wobei eine Impfdosis gefordert ist. Die vollständige Impfung besteht aus zwei Injektionen im Abstand von ein bis zwei Wochen und ist sechs Monate gültig. Ein oraler Choleraimpfstoff ist ebenfalls verfügbar.

Entscheidend für den persönlichen Schutz in choleragefährdeten Gebieten ist die strikte Befolgung der hygienischen Vorsichtsmaßnahmen.

Dengue-Fieber

Verbreitung, Übertragungswege:
Das Dengue-Fieber stellt die häufigste durch Mücken übertragene Viruserkrankung des Menschen dar. Vor allem in Südostasien, Mittel- und Südamerika, Ostafrika und Australien und Ozeanien wird eine Zunahme der Fälle registriert.

Krankheitserscheinungen:
Die Inkubationszeit beträgt bis zu einer Woche. Die Infektion kann dann klinisch stumm verlaufen oder zum klassischen Dengue-Fieber mit plötzlich hohem Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Ausbildung eines Hautausschlags führen. Komplizierenderweise kann sich aber auch ein ” Hämorrhagisches Dengue-Fieber ” mit plötzlich auftretender lebensbedrohlicher Blutungsneigung entwickeln

Therapie:
Die Therapiemaßnahmen sind symptomatisch. Zur Fiebersenkung wird z.B. Paracetamol empfohlen. Es ist darauf zu achten, dass kein Aspirin wegen möglicher Störung der Blutgerinnung eingenommen wird.

Impfung:
Ein Impfstoff ist in Vorbereitung und wird in absehbarer Zukunft voraussichtlich verfügbar sein.

Bitte beachten Sie hierzu unsere Informationen im Spotlight

Diphtherie

Verbreitung, Übertragungswege:
Die Diphtherie ist eine schwere, durch Bakterien verursachte Halsentzündung mit Beteiligung anderer Organe, die unbehandelt häufig tödlich endet. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Dank wirksamer Impfung war die Krankheit in der Vergangenheit Jahren in unseren Regionen fast völlig verschwunden. Seit 1993 sind in einzelne Epidemien wieder aufgetreten. Es ist zu befürchten, dass diese sich ausweiten werden, da vor allem Erwachsene häufig nur unzureichend Impfschutz aufweisen.

Krankheitserscheinungen:
Nach einer Inkubationszeit von bis zu einer Woche kommt es zu einer schmerzhaften Halsentzündung. Bei schwerem Verlauf sind hohes Fieber, Erbrechen und schwersten Hustenattacken mit Erstickungsanfällen möglich (“Krupp”). Komplizierend können Herzmuskelentzündung, Kollapszustand und tödlichem Herzkreislaufversagen auftreten. Eine erlittene Diphtherieinfektion schützt nicht vor einer Neuerkrankung.

Therapie:
Im Ansteckungsfall ist die sofortige Gabe von Diphtherie – Gegengift und eine Antibiotikabehandlung dringend erforderlich, um Komplikationen und Spätschäden zu vermeiden.

Impfung:
Nach Grundimmunisierung ist eine Auffrischungsimpfung alle zehn Jahre nötig. Diese erfolgt am sinnvollsten in Verbindung mit der routinemäßigen Tetanusschutzimpfung in Form eines Kombinationsimpfstoffs .

Gelbfieber

Verbreitung, Übertragung:
Gelbfieber ist im tropischen Afrika und tropischen Mittel- und Südamerika heimisch. Es ist eine Viruserkrankung, die durch Mücken übertragen wird.

Krankheitserscheinung:
Leichte Formen verlaufen unter dem Bild eines mehrtägigen grippalen Infekts. Das voll ausgeprägte Krankheitsbild führt häufig zum Tod. Nach drei bis sechs Tagen kommt es plötzlich zu von Schüttelfrost begleitetem Fieberanstieg, Abgeschlagenheit, Bindehautentzündung der Augen, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach drei Tagen sinkt das Fieber spontan, um dann möglicherweise erneut anzusteigen. Die jetzt charakteristischen Krankheitseichen sind Ausdruck der Organschädigung: Gelbfärbung der Haut durch schwere Leberschädigung, Verminderung der Harnmenge als Folge einer Nierenschädigung. Ein dramatisches Zeichen ist das “schwarze (Kaffeesatz-) Erbrechen”, ausgelöst durch Blutaustritt aus den Magenschleimhäuten.

Therapie:
Ein spezifisch gegen das Gelbfiebervirus wirkendes Heilmittel gibt es bisher nicht. Einzig hilfreich sind die Vorbeugung durch Schutz vor den Mücken (siehe Kapitel Malaria ) und die Impfung.

Impfung:
Die Impfung ist nach den internationalen Gesundheitsvorschriften für bestimmte Länder (insbesondere in Afrika und Südamerika zwischen dem 17. Breitengrad Nord und Süd) verpflichtend bzw. sinnvoll. Schwangere Frauen, Kleinkinder, abwehrgeschwächte Patienten und Personen mit Allergie gegen Hühnereiweiß sollten nicht geimpft werden. Die Impfung besteht aus einer Injektion, die vier Wochen, spätestens 10 Tage vor Abreise, vorzunehmen ist. Hierbei ist kein zeitlicher Abstand zu anderen Impfungen notwendig. Die internationale Impfbescheinigung behält 10 Jahre ihre Gültigkeit.

Zur Impfung sind ausschließlich ermächtigte Impfzentren zugelassen.

Masern

Verbreitung, Übertragungswege:
Die Infektion erfolgt über Tröpfcheninfektion durch ein Virus und wird meist schon im Kindesalter übertragen. In der Regel besteht eine lebenslange Immunität.

Krankheitserscheinungen:
Nach einer Inkubationszeit von 10 Tagen kommt es plötzlich zu grippeartigen Erscheinungen mit Fieber, Kopfschmerzen, Bindehautentzündung, Lichtscheuheit und Schwellung der Lymphdrüsen. Nach zwei Tagen tritt unter Fieberanstieg ein typischer juckender Hautausschlag auf, der nach ein bis zwei Wochen wieder verschwindet. Komplizierend können eine schwere Lungenentzündung, eine Mittelohrentzündung und eine Gehirnhautentzündung hinzukommen.

Therapie:
Sinnvoll sind fiebersenkende, juckreizstillende Maßnahmen und Unterbringung in ruhigen, abgedunkelten Räumen. Die zusätzliche Gabe von Antibiotika ist gegebenenfalls sinnvoll.

Impfung:
Da die Infektion in den Tropen häufig schwer verläuft, ist eine Impfung allen zuvor nicht erkrankten Personen zu empfehlen.

Meningokokkenmeningitis (Hirnhautentzündung)

Verbreitung, Übertragung:
Infektionen durch Meningokokken kommen gehäuft in subtropischen und tropischen Feuchtgebieten (tropisches Afrika, Indien, Nepal und Golfstaaten) während der Regenzeit vor und verlaufen schwerer als in Europa. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion.

Krankheitserscheinungen:
Einige Tage nach der Infektion kann ein hochfieberhafter grippaler Infekt auftreten. Ein schwerer Verlauf mit Lähmungen, Nieren- und Herz-Kreislaufversagen ist möglich.

Therapie:
Eine hochdosierte Antibiotikamedikation ist erforderlich.

Impfung:
Eine Schutzimpfung ist für bestimmte Risikogruppen zu empfehlen. Der Impfstoff selbst schützt nicht vor der üblicherweise in Europa auftretenden Form der Erkrankung. Ein sicherer Schutz besteht zehn Tagen nach Impfung und hält über drei Jahre an.

Pest

Verbreitung, Übertragung:
Die Pest wird durch von Tier zu Tier und auf den Menschen durch Flohbiß übertragen. Voraussetzung für eine Pestepidemie sind schlechte hygienische Verhältnisse.

Krankheitserscheinungen:
Einige Tage nach Infektion kommt es zu schmerzhaften, beulenartigen Lymphknotenschwellungen (= Bubonen) mit hohem Fieber. Die Bubonenpest ist nicht ansteckend, solange die Lymphknoten nicht aufbrechen. Infektiös werden die Patienten jedoch, wenn die Lunge befallen ist. Die Lungenpest tritt wenige Stunden bis spätestens ein Tag nach Infektion auftritt.

Therapie:
Eine rechtzeitig eingeleitete Antibiotikatherapie führt zur Ausheilung.

Impfung:
Eine Schutzimpfung ist nicht sinnvoll, hygienische Vorsorge und eine Chemoprophylaxe für gefährdete Personen ist möglich.

Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Die Poliomyeltis wird durch drei verschiedene Viren (Poliovirus Typ I, II und III) ausgelöst. Einziger Aufenthaltsort für das Virus ist der infizierte Mensch. Die meisten Infektionen verursachen Symptome einer Magen-Darm-Grippe. In etwa 1% befällt das Virus aber das ZNS und führt zu Lähmungerscheinungen, die in einigen Fällen tödlich enden können. Der Gesundungsprozeß nach Infektion kann unvollständig verlaufen, nach der Erkrankung bestehen die Muskellähmungen fort. Eine in der Kindheit überstandene Polio schützt außerdem nicht vor einer erneuten Infektion. Das statistisch Risiko, an einer Poliomyelitis zu erkranken, steigt mit dem Lebensalter. Auch Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem sind häufig betroffen. Der Ausdruck “Kinderlähmung” ist irreführend.

Die Poliomyelitis ist bei uns heute selten. Anders ist die Situation z.B. in Asien oder Südamerika, wo das Virus häufig anzutreffen ist. Die WHO betreibt weltweit ein Ausrottungsprogramm.

Die Impfung gegen Kinderlähmung ist eine gut verträgliche Totimpfung und kann in jedem Lebensalter verabreicht werden. Es sind drei Impfungen notwendig, um einen sicheren Schutz zu gewährleisten, eine Auffrischumgsimpfung wird alle 10 Jahre nötig. Selten können nach Impfung Lokalerscheinungen und allergische Reaktionen auftreten. Die früher übliche Schluckimpfung wird wegen eines deutlich höheren Risikos seit 1998 nicht mehr generell empfohlen.

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Verbreitung, Übertragungswege:
Tetanus ist eine durch Bakterien verursachte Erkrankung, die weltweit jährlich 100 Millionen Todesopfer fordert und auch über Bagatellverletzungen erworben werden kann. Das Erreger lebt in verunreinigter Erde, gelangt über kleine Wunden in den Körper und produziert dort unter Sauerstoffabschluss seine gefährlichen Giftstoffe.

Krankheitserscheinungen:
Etwa ein Monat nach der Infektion zeigen sich als erste Krankheitserscheinungen Krämpfe der Kiefern- und Zungenmuskulatur, die auf die Nacken-, Rücken- und Atemmuskulatur übergreifen und schließlich zum Erstickungstod führen.

Therapie:
Nach Ausbruch der Krankheit ist eine ursächliche Therapie nicht mehr möglich. Die Erkrankung verläuft unter Qualen fast immer tödlich.

Impfung:
Vor dem Wundstarrkrampf schützt nur die Schutzimpfung !
Die Immunität gegen Tetanus sollte generell und nicht nur vor Fernreisen überprüft und bei Bedarf aufgefrischt werden. Bei der Grundimmunisierung werden zwei Injektionen im Abstand von vier bis acht Wochen verabreicht, die dritte nach einem Jahr. Auffrischungen sollten danach im Abstand von nicht weniger als zehn Jahre vorgenommen werden, am günstigsten in Verbindung mit der Diphtherieschutzimpfung.

Tollwut

Verbreitung, Übertragung:
Das Tollwutvirus wird durch Bisse, aber auch durch den Speichel infizierter Tiere übertragen.

Krankheitserscheinungen:
Nach einer Inkubationszeit von mehreren Monaten kommt es zu qualvollen Lähmungserscheinungen und letztlich zum Erstickungstod. Eine ursächliche Therapie ist in diesem Stadium nicht mehr möglich.

Impfung:
Zu empfehlen ist eine Schutzimpfung für Personen, die sich in Risikogebieten aufhalten und in engen Kontakt mit Hunden kommen. Eine Impfung nach Kontakt mit einem erkrankten Tier ist zwar möglich, ausreichend wirksame Impfstoffe sind jedoch nicht überall verfügbar.

Tuberkulose (Tbc)

Verbreitung, Übertragung:
Die Tuberkulose ist weltweit verbreitet und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Eine Infektion erfolgt dabei nur selten, gefährdet sind Personen mit einer verminderten Abwehrlage.

Krankheitserscheinungen:
Etwa sechs Wochen nach Ansteckung kann es zu einer Lungenentzündung mit Husten und evtl. blutigem Auswurf kommen. Kurze Zeit später erfolgt in der Regel eine Ausheilung. Zurück bleibt eine im Röntgenbild nachweisbare Verkalkung, die dann noch nach vielen Jahren Ausgangspunkt einer erneuten Infektion sein kann. Bei einen kleinen Teil der Erkrankten kommt es komplizierend zu sonstigem Organbefall.

Therapie:
Eine Therapie ist mit speziellen Medikamenten möglich.

Impfung:
Bei Erwachsenen ist eine Impfung prinzipiell nicht nötig. Für Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder ist unter bestimmten Bedingungen eine “BCG – Impfung” empfehlenswert.

Typhus abdominalis

Verbreitung, Übertragungswege:
Die Übertragung erfolgt durch Aufnahme verunreinigter Nahrungs-mittel sowie durch direkten Kontakt (Schmierinfektion). Der Bauchtyphus durch Bakterien hervorgerufen und befällt vorwiegend den Darms.

Krankheitserscheinungen:
Nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Wochen kommt es zu langsamem Fieberanstieg, Mattigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit (Typhus = Nebel), Hauterscheinungen, Bauchschmerzen, zunächst Verstopfung, später Durchfällen (“erbsbreiartig”). Bei schwerem Verlauf können Darmblutungen und Darmgeschwüre auftreten. Komplizierend kann es zu einer Herzmuskelentzündung, Herzkreislauf- und Nierenversagen kommen.

Therapie:
Antibiotika sind gut wirksam, Hygiene äußerst wichtig.

Impfung:
Eine Schutzimpfung schützt nur vor dem echten Bauchtyphus, nicht jedoch vor weiteren Salmonellenerkrankungen! Für Besucher des indischen Subkontinents, Nord- und Westafrika, sowie vor Langzeitaufenthalt in den Tropen ist diese zu empfehlen. Der Impfstoff kann sowohl in Kapselform, als auch in Form einer Einmalspritze verabreicht werden, letzterer bietet einen Impfschutz für drei Jahre.

Hepatitis A, B oder C

Informationen siehe hier .