Die infektiöse Hepatitis kann durch mehrere heute bekannte Viren hervorgerufen werden. Der Erreger der sog. Hepatitis A (HA) wird durch verunreinigtes Wasser und – Nahrungsmittel über den Magen-Darm-Trakt übertragen, wohingegen das Hepatitis B – Virus durch sexuelle Kontakte und Blutbestandteile (Bluttransfusion, Nadelstichverletzung, blutige Manipulationen) aufgenommen wird.

Die Übertragung kann erfolgen durch
  • den Genuss verunreinigter Getränke und Speisen
  • Benutzung nicht ausreichend sterilisierter Spritzen und Nadeln (Akupunktur, Durchstechen von Ohrläppchen, Tätowierung)
  • Bluttransfusion
  • Benutzung von verunreinigten Geräten (Rasiermesser beim Friseur, Instrumente für Maniküre oder für med. Anwendungen, Vorsicht beim Zahnarztbesuch!)
  • ungeschütztem Sexualverkehr. Sexualkontakte mit der einheimischen Bevölkerung müssen vermieden werden. Mitgeführte Kondome sollten ausreichend auf Sicherheit geprüft sein und den klimatischen Verhältnissen nicht ungeschützt ausgesetzt werden

Denken Sie ganz besonders in Ländern mit schlechtem Hygienestandard an diese Übertragungswege und vermeiden Sie mögliche Infektionsrisiken konsequent !

Hepatitis A

Verbreitung, Übertragung:
Die HA ist eine besonders häufige Reiseerkrankung und wird durch das Hepatitis-A-Virus verursacht. Die Übertragung erfolgt bei schlechten hygienischen Bedingungen durch verunreinigte Nahrung und verschmutztes Trinkwasser.

Krankheitserscheinungen:
Nach einer Inkubationszeit von etwa einem Monat kommt es zu grippeähnlichen Erscheinungen, Gelenkschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden. Als sichtbares Zeichen einer Leberentzündung kann danach eine Gelbfärbung der Augenbindehaut, später der Haut auftreten (sog. Ikterus), verbunden mit Juckreiz, Dunkelfärbung des Urins und Hellverfärbung des Stuhls. Der Verlauf ist prinzipiell gutartig, es kommt regelmäßig zur Ausheilung über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Ein Teil der Erkrankungsfälle verläuft unerkannt, so dass auch scheinbar gesunde Menschen die Krankheit übertragen können.

Therapie:
Eine spezifische gegen Hepatitisviren wirksame Therapie gibt es nicht. Die an den Symptomen orientierte Behandlung erstreckt sich über mehrere Monate, körperliche Schonung begünstigt den Heilungsverlauf. Notwendig ist Bettruhe im akuten Krankheitsfall, das Weglassen leberbelastender Medikamente und in jedem Fall das Meiden von Alkohol.

Impfung :
Durch Verwendung gut abgekochter Speisen oder einwandfreiem Trinkwasser kann die Infektionsgefahr gemindert werden. Einzig die Impfung vor der Hepatitis-A gewährleistet allerdings sicheren Schutz vor einer Infektion. Bei der Grundimmunisierung werden zwei Injektionen im Abstand von Monaten verabreicht, ein wirksamer Schutz ist schon nach der ersten Impfung gegeben. Durch die Auffrischung nach 6 Monaten besteht ein Impfschutz für 10 Jahre.

Hepatitis B (Serumhepatitis)

Verbreitung und Übertragung :
Für die HB besteht vor allem auch in tropischen Ländern ein erhöhtes Infektionsrisiko. Die sogenannte Serumhepatitis wird vor allem durch Geschlechtsverkehr und durch Bluttransfusionen, unzureichend sterilisierten Spritzen, wie auch durch kleinste Verletzungen der Haut und Schleimhäute und übertragen.

Krankheitserscheinungen und Therapie:
Diese entsprechen im wesendlichen der Hepatitis A. Allerdings kann die Hepatitis B in ein chronisches Stadium übergehen und Leberschrumpfung, schließlich einen Leberkrebs auslösen.

Impfung:
Eine Impfung gegen Hepatitis B ist in bestimmten Fällen, insbesondere bei längerem Aufenthalt in Südostasien, China und Afrika angezeigt. Da die Grundimmunisierung nach vorangegangener Blutuntersuchung aus mindestens drei Injektionen (zweite Injektion ca. vier Wochen nach der ersten Injektion; dritte Injektion nach 1 Jahr) besteht, ist eine frühzeitige Beratung empfehlenswert. Der Impfschutz ist abhängig von der individuellen Immunantwort des Körpers und wird anhand der Antikörpertiter beurteilt, spezielle Laboruntersuchungen sind hierzu erforderlich. Bei frisch infizierten, nicht Hepatitis B – geimpften Patienten ist die Gabe von Hepatitis B – Hyperimmunglobulin innerhalb der ersten zwei Tage nach Ansteckung möglich.